Antrag abgelehnt
In Krombach wird es keine Station zur Messung von Fluglärm geben. Der entsprechende Antrag eines Ortsbürgers wurde nach ausführlicher Diskussion im Gemeinderat am Dienstagabend bei nur vier Ja-Stimmen abgelehnt.
Spontan forderte daraufhin Susanne Grünewald ( CSU ), dass die somit gesparten 1000 Euro, die der laufende Unterhalt einer Anlage gekostet hätte, für einen sozialen Zweck in der Gemeinde verwendet werden sollen. Bürgermeister Peter Seitz (UB) versicherte, dass in der nächsten Sitzung darüber beraten werden soll.
Zuvor verwies der Rathauschef auf die Jahresauswertungen des Landratsamts Aschaffenburg. Diese hätten ergeben, dass an den Flugmessstationen im Landkreis keine signifikanten Überschreitungen der festgelegten Grenzwerte gemessen worden seien. Das sei, neben den Finanzen der Nachbargemeinde Mömbris, auch der Grund dafür, dass in deren Ortsteil Daxberg die Flugmessstation nach zwölf Jahren abgebaut werden soll. Zudem zeigten Karten mit den täglich aufgezeichneten Flugspuren, dass die Flugrouten von der jeweils herrschenden Windrichtung und -stärke abhängen: »Die Linien sind jeden Tag anders«, so Seitz weiter.
Zur ablehnenden Ratsmehrheit gehörte auch Karl-Ludwig Rostock (UB). Er hob hervor, dass die Gemeinde in einer industriell ausgebauten Region liege, zu der auch der Flughafen gehöre. Er sei täglich draußen und seiner Meinung nach halte sich der Fluglärm »im Großen und Ganzen in Grenzen«. Thorsten Fleckenstein (UB) hielt dagegen, dass das Lärmempfinden subjektiv sei: »Genaue Daten bekommen wir erst mit Messungen«, sagte er.
Parteikollege Rainer Glaab ergänzte, dass der Fluglärm »genau über unserem Ort« zugenommen habe. Messungen seien wichtig, denn andere Gemeinden hätten es mit nicht nachlassenden Meldungen über zu niedrige Flugzeuge geschafft, dass Flugrouten verlegt worden seien. Dennoch, so resümierte Seitz, sei vom anfangs großen Widerstand - insbesondere erinnerte er an die 2011 gegründete Bürgerinitiative »Ein Himmel ohne Höllenlärm« - nicht viel geblieben. Vor allem wohl »wegen des Gefühls, dass es schwierig ist, da was auszurichten«.
Hätte sich der Krombacher Gemeinderat für eine Flugmessstation entschieden, hätte sie womöglich die in Mömbris nicht mehr gebrauchte Anlage erhalten können. An einer auf rund 5000 Euro geschätzten Neubeschaffung hätte sich der Landkreis beteiligt, der laufende Unterhalt hätte die Gemeinde etwa 1000 Euro pro Jahr gekostet. Die Gemeinde hätte dem Verein Deutscher Fluglärmdienst (DFLD) beitreten müssen und es wäre zu prüfen gewesen, ob der zunächst in Oberkrombach für sinnvoll erachtete Standort nicht zu nah an der Messstation im Geiselbacher Ortsteil Omersbach gewesen wäre.
Marion Stahl