Kindergarten-Erweiterung nur durch einen Anbau
Warum es keine Busverbindung mehr gibt zwischen Krombach und Geiselbach und Erledigungen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Schöllkrippen nur noch mit Terminen möglich sind - das waren zwei der wenigen Fragen, die den insgesamt 50 Krombachern in der Bürgerversammlung am Mittwochabend auf den Nägeln brannten.
Bürgermeister Peter Seitz (UB) bestätigte, dass die Kahlgrund-Verkehrs-Gesellschaft (KVG) offenbar die genannte Busverbindung gestrichen habe. Nachdem ein Zuhörer an den Einkaufsmarkt am Geiselbacher Kreisel erinnert hatte, sicherte der Rathauschef zu, bei der KVG nachzuhaken.
Bezüglich der VG wünschte sich ein anderer Zuhörer ein oder zwei Vormittage in der Woche, um ohne Termin vorstellig werden zu können.
Auf Nachfrage eines weiteren Zuhörers erklärte Seitz, dass eine Biosphärenregion Spessart eine positive Marketinggrundlage für die Gemeinde sein könnte.
Für den schon seit längerer Zeit geplanten, innerörtlichen Fußweg sei der Grunderwerb »so weit abgeschlossen«, dass im kommenden Jahr die Trassenplanung in Angriff genommen werden könne. Allerdings sei zu bedenken, dass das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ab dem kommenden Jahr die Zuschüsse von 47 Prozent auf 30 Prozent senken will.
Beim nachfolgenden Ausblick auf das neue Jahr zeigte sich, dass vorwiegend laufende Projekte umgesetzt werden sollen. Wie das etwa 800 Kubikmeter Regenwasser fassende Retentionsbecken im Bereich Oberschurer Straße. Um es anlegen zu können, soll über das Programm »boden:ständig« ein bestehender Flurweg um etwa 70 Zentimeter höher gelegt werden. Die seit 2022 immer wieder neuen Vorgaben seien jetzt erfüllt, so dass »die Genehmigung kurz bevor« stehe und mit der Umsetzung im ersten Quartal des kommenden Jahres begonnen werden könne. Die etwa 50.000 Euro Kosten sollen zu 80 Prozent vom ALE gefördert werden.
Beim Neubaugebiet »Ochsengrund« sei im Februar mit dem Satzungsbeschluss zu rechnen. Dann könnten die Erschließung ab Mitte nächsten Jahres und die Bautätigkeit im Jahr 2026 folgen.
Aus finanziellen Gründen soll der Kindergarten nur durch einen Anbau an der rechten Seite des Bestandsgebäudes erweitert werden. Nachdem diese auf 1,2 Millionen Euro geschätzte Variante mit dem Personal abgestimmt worden sei, füge der Architekt diese Absprachen in die Planung ein. Somit könnten der Bauantrag voraussichtlich Ende Januar fertig sein und die Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres beginnen.
Das Dorferneuerungsprojekt »Glockenturm« im Ortsteil Oberschur werde derzeit umgesetzt; Fundament und Elektroanschluss seien sogar schon fertig. Wegen der Lieferschwierigkeiten für den Stahlturm, der künftig die alte Feuerwehrglocke beherbergen soll, werde es wohl erst im Januar oder Februar weitergehen.
»Alle Maßnahmen sind jedoch abhängig von der Finanzierbarkeit«, betonte der Rathauschef und erläuterte alles rund ums Thema gemeindliche Finanzen sehr ausführlich und leicht verständlich. Wie sich die finanzielle Lage künftig weiter entwickeln werde, sei auch abhängig von der Politik, denn es gebe auf Bundes- und Landesebene viele Gesetze ohne ausreichende Gegenfinanzierung: »Das Prinzip >wer bestellt, zahlt
Der Appell von Landrat Alexander Legler ( CSU ) an den Bund bezüglich des auf 51 Millionen Euro geschätzten Klinikum-Defizits, das jeweils zur Hälfte vom Landkreis und der Stadt Aschaffenburg getragen werde, sei daher richtig: »Diese missliche Lage sollte bald angegangen werden«, forderte Seitz. Sonst werde wegen der immer weiter steigenden Umlagen die freie Finanzspanne in den Gemeinden eines Tages so weit sinken, dass die freiwilligen Leistungen für die Bürger und Vereine reduziert oder gar gestrichen werden müssten.
Matthias Schwind